CMZ Chinesisch Medizinisches Zentrum Solothurn

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Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin

 

 

Autor : Dr. med. Andreas Grögler, Präsident der Schweizer Filiale der Weltorganisation TCM und Medizinischer Leiter des Chinesisch Medizinischen Zentrums Solothurn

 

Die chinesische Medizin beruht auf einem Gedankensystem das nachgewiesener Massen sehr alt ist ( man schätzt um die 6000– 7000 Jahre ). Es ist ein System welches völlig anders funktioniert als wir es von der Schulmedizin kennen.

wpe6.jpg (15457 Byte)Huang Di Nei Jing- das älteste Buch zur TCM

Die erste, sehr wichtige Theorie in der chinesischen Medizin ist die Theorie von Yin und Yang.

                                                         

       

Yang bedeutet Wärme, Trockenheit, Bewegung, steigende Tendenz, d.h. das aktive Element. Yin bedeutet kalt, unbeweglich, materiell, d.h. das statische Element. Yin und Yang stellen somit eine Methode dar, mit der man die Welt dualistisch erklärt. Mit dem Yin und Yang-  Zeichen, dem sogenannten Yin - Yang – Fisch, werden die beiden dargestellt und näher erklärt. Yin und Yang ist in einem Kreis dargestellt, dieser Kreis bedeutet, dass sie im Leben untrennbar verbunden sind und ein Ganzes ergeben. Sie sind von einer S- förmigen Linie getrennt, was bedeutet, dass die Unterscheidung der beiden nicht starr, sondern fliessend ist. Die Formen von Yin und Yang gehen ineinander über, d.h. Yin kann sich in Yang verwandeln und umgekehrt. Beide können jedoch nicht alleine existieren. Dies ist mit dem Punkt in der jeweilig andersfarbigen Fläche dargestellt. Yin und Yang stehen in Opposition zueinander, beeinflussen sich gleichzeitig gegenseitig und können sich auch ineinander umwandeln. Auch im menschlichen Körper spielen diese Mechanismen eine wesentliche Rolle: Der Körper an sich ist Yin, die Energie, die darin fliesst ist Yang. Man unterscheidet grundsätzlich in der Pathologie zwei verschiedene Dysbalancen:

Einerseits zuviel an Yin oder Yang: man hat Yang, d.h. Hitze – Symptome oder Yin das heisst Kältesymptome. Die Therapie ist das Ableiten des jeweiligen Ueberschusses. Wenn man sich zum Beispiel verkühlt, hat man kalt und fröstelt, dann ist die Therapie, dass man die Kälte welche diese Symptomatik auslöst entfernt. Zuwenig Yin oder Yang führt ebenfalls zu einer Hitze oder Kälte – Symptomatik wobei diejenige Symptomatik überwiegt, welche der Gegenseite des Problems entspricht. So ist zum Beispiel bei einer Yin – Schwäche Yang stärker und führt zu Yang Symptomen wie z.B. Wallungen bei Wechseljahrbeschwerden. Die Unterscheidung von zuviel und zuwenig ist jedoch nicht ganz einfach, man stellt jedoch bei dem Zuwenig an Yin oder Yang deutlich eine generelle Energieschwäche – Situation fest.

Die zweite grosse Theorie der chinesischen Medizin ist die Theorie der fünf Elemente. Der Körper wird aus diesen fünf Elementen zusammengesetzt und Schwächen von einzelnen Elementen können dazu führen, dass Krankheiten entstehen. Man unterscheidet die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

Diese Elemente sind jeweils entsprechenden Organen zugeordnet: Die fünf Elemente und Organe stehen miteinander in Verbindung und können sich gegenseitig beeinflussen. Die chinesische Medizin nutzt diese Verbindungen um bei Krankheiten einzugreifen:

Holz kann sich in Feuer verwandeln, das Feuer in Erde, die Erde sich in Metall verdichten und das Metall sich in Wasser verflüssigen. Das heisst, dass alle Organe über diese Kreise Beziehungen miteinander unterhalten und somit ein Krankheitsproblem niemals alleine steht, sondern immer auch Einflüsse auf andere Organe und andere Funktionen hat.

In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass die Pathophysiologie, das heisst die Funktionen der einzelnen Organe sich in der chinesischen Medizin deutlich von der Schulmedizin unterscheiden:

Die Leber hat zum Beispiel in der chinesischen Medizin die Funktion die Energie und Blutzirkulation zu Steuern und ist so auch für die Schmerzentstehung von grosser Bedeutung. Sie speichert Blut, was für Probleme mit dem Kreislaufsystem enorm wichtig ist. Weiterhin hat sie Beziehungen mit dem Gefühl Wut, mit den Tränen und dem Auge sowie mit den Sehnen und den Nägeln. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, weshalb Patientin mit Leberbeschwerden sich häufig aufregen.

Das Feuer ist mit dem Herz assoziert und das Herz hat nicht nur die Zirkulation des Blutes und die Steuerung der Blutgefässe als Funktion, es dirigiert auch shen, d.h. den Geist oder die Psyche. Zusammenhänge bestehen mit dem Gefühl Glück oder Freude, sowie Schweiss, Zunge, Blutgefässen und mit dem Gesicht.

Die Milz als nächstes Organ ist sehr wichtig für den Stoffwechsel im ganzen Körper, und säubert sie und kann das Blut in den Blutgefässen zurückhalten, was bei Krankheit zu Pathologien in der Blutgerinnung führt. Dieses Organ ist sehr sensibel auf unsere Ernährung. Deshalb werden in der chinesischen Medizin oft diätetische Massnahmen zur Therapie ergriffen. Weitere Zusammenhänge dieses Organes sind: das Gefühl Grübeln, sowie der Speichel, die Mundhöhle, das Muskelfleisch und die Lippen.

Die Niere ist für die Wiederherstellung von Energie, Yin, Yang und Blut zuständig, dirigiert das Wasser im Körper und speichert spezielle Energieanteile welche für die Gynäkologie und die Vermehrung wichtig sind. Sie hat ebenfalls Beziehungen zu Angst, Speichel, Ohren, dem Anus und den Geschlechtsteilen, sowie den Knochen, Zähnen, Kopfhaaren, wo sie sich auch manifestiert ( z.B. Haarausfall ).Eine chronische Ueberlastung kann hier Schaden anrichten, was sekundär zu diversen Krankheiten führen kann (vergleiche zum Beispiel Lumbago ).

 Ich habe in diesen Zeilen wenige von den sehr komplexen Theorien der chinesischen Medizin vorgestellt. Man kann jedoch daraus deutlich ersehen, was die Theorie der chinesischen Medizin von der westlichen Medizin unterscheidet:   Auch die Therapie ist deshalb verschieden: Man behandelt in der TCM die Ursachen und nicht die Symptome der jeweiligen Krankheiten. 

 

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